Pavillon Logo

Alan-Alaine: Das KI-Projekt

Gemeinsam entwickeln wir eine Künstliche Intelligenz! Alan-Alaine, ein Projekt zwischen Geschlechterverhältnissen, neuen Technologien, Gender, Chancen und Gesellschaft ab September 2020 im Kulturzentrum Pavillon.

Die Projektidee

Inspiriert von Alan Turing, Erfinder des Computers und Vordenker der künstlichen Intelligenz startet Alan-Alaine: Das KI-Projekt nach einer Corona bedingten Verschiebung am 30. September 2020 mit der Auftaktveranstaltung. Im Rahmen des Projekts finden verschiedene Diskussionsveranstaltungen, Talks und Vorträge statt, bei denen YouTuber*innen, Forscher*innen, ITler*innen und viele andere mit dem Publikum ins Gespräch kommen. Am Bespiel von Geschlechterverhälnissen diskutieren wir Fragen wie: Wie unterscheidet sich eigentlich menschliches Bewusstsein von den Ergebnissen maschinellen Lernens? Sind die Bilder in unseren Köpfen, unser Denken und unsere Meinungen denn viel mehr als die Collage aller von uns aufgenommenen Informationen? Sind wir wirklich vorurteilsfreier als ein Roboter? Dabei produzieren die Teilnehmenden Daten, Sprache, welche einem Chatbot als Basis Lernbasis dient.

 

Der Namensgeber: Alan Turing

Alan Turing war ein Genie – und homosexuell. 1952 wurde er zur chemischen Zwangskastration verurteilt. Die daraus resultierenden hormonellen Probleme verursachten schwere Depressionen, die ihn 1954 wohl in den Suizid trieben. Wir fragen: Was haben wir Alan Turings Lebenswerk zu verdanken? Und wie entwickelt(e) sich der gesellschaftliche Umgang mit Geschlecht, an dem Alan Turing seiner Zeit zu Grund ging? Welche Rolle spielt KI für die heutigen Geschlechterverhältnisse, welche kann sie zukünftig noch spielen?

 

Die Methode des Projekts: Der „intelligente“ Chatbot

Das Agieren eines Algorithmus in Bezug auf Geschlecht bezieht sich auf Daten, die dem alltäglichen gesellschaftlichen Leben entspringen und ist somit Ausdruck und Spiegel der Verhältnisse und kann diese verstärken. Aber kann künstliche Intelligenz (KI) sie auch verändern? Ist unser Denken über Geschlecht Verhandlungssache? Kann uns KI dabei helfen, unsere Vorurteile und festgefahrenen Denkweisen zu reflektieren und aufzuheben? Müssen wir nur anders programmiert werden?

In einer Vielzahl von Diskussionsveranstaltungen mit Akteur*innen zu den verschiedensten Aspekten der Geschlechterverhältnisse – werden wir Chatprotokolle der Teilnehmer*innen anlegen, die einem selbstlernenden Algorithmus als Trainingsmaterial dienen. Unter der Ägide des Instituts für Informationsverarbeitung der Leibniz Universität Hannover „bildet“ sich dieser Algorithmus namens A’n’A grammatikalisch, orthographisch, stilistisch und inhaltlich an den von uns erzeugten Daten – menschlicher Rede über die Geschlechterverhältnisse. Mit jedem neuen Datenset erweitert sich „sein/ihr“ Repertoire, wird er durch Kombination von Versatzstücken fähiger „kreativ“ zu agieren und den Eindruck von Intuition zu erwecken. Programmiert auf Texterkennung und Textproduktion entsteht so ein „intelligenter“ Chatbot zum Themenkomplex der Geschlechterverhältnisse.

 

Das Ziel des Projekts: Der Turing-Test

Ziel des Projektes ist die Anwendung des sogenannten Turing-Tests in soziokulturellen Settings, vor allem im Bereich der gesellschaftspolitischen Auseinandersetzung um die Geschlechterverhältnisse. Der auf das Jahr 1950 zurückgehende Turing-Test stellt eine Testperson in eine Unterhaltung mit einem Menschen und einer Maschine. Kann die Testperson die Antworten nicht klar zuordnen, hat die Maschine als „Künstliche Intelligenz“ den Test bestanden.

 

Das Projekt wird außerdem künstlerisch eingerahmt durch das Minigame Unbias des  Theaterkollektivs OutOfTheBox und durch eine Theaterperformance des Büros für Eskapismus.

Alan-Alaine: Das KI-Projekt wird gefördert durch die Stiftung Niedersachsen.

Weitere Infos und alle Veranstaltungen hier https://alan-alaine.de