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Di | 26.02.2019

Tagung

We will live after Babylon*

Armenische und jüdische Existenzerfahrung zwischen Vertreibung, Exil und Vernichtung

Juden und Armenier waren nicht nur jahrhundertelang zur Staatenlosigkeit und einem Leben außerhalb der Heimat gezwungen, sondern teilen ein weiteres Schicksal: Im 20. Jahrhundert drohte ihnen im Schatten zweier Weltkriege die kollektive Vernichtung. Das Europäische Zentrum für Jüdische Musik (EZJM) und die Deutsch-Armenische Gesellschaft (DAG) nehmen diese Konvergenz zum Ausgangspunkt für eine gemeinschaftlich ausgerichtete Tagung, die mit wissenschaftlichen Vorträgen und einem kulturellen Beiprogramm die jüdische und die armenische historische Existenzerfahrung in den Blick nimmt.

Die Referenten vertreten eine Vielzahl an Disziplinen wie Theologie, Literaturwissenschaft, Musikwissenschaft, Geschichtswissenschaft, Soziologie, Politikwissenschaft und Kulturwissenschaft. Die Themen der Tagung – Diaspora, Minderheitenproblematik, die Völkermorde, ihre Erinnerung und Rezeption sowie das Verhältnis zwischen Juden und Armeniern heute – bilden die gemeinsame Dimension der armenischen und der jüdischen Kondition ab.

Ein umfangreiches Beiprogramm, bestehend aus Dokumentarfilmen mit Einführung, Workshops, einer Theateraufführung und einem Konzert, möchte eine breitere Öffentlichkeit mit der Thematik vertraut machen. Die abschließende Podiumsdiskussion will die in Deutschland sehr unterschiedliche Erinnerungspolitik im Umgang mit dem Holocaust und dem Völkermord an den Armeniern diskutieren.

Die Tagung wird veranstaltet vom Europäischen Zentrum für Jüdische Musik (EZJM) und der Deutsch-Armenischen Gesellschaft (DAG)
Weitere Informationen: www.ezjm.hmtm-hannover.de

* Ara Güler (1928–2018)