Pavillon Logo
Di | 14.03.2017 | Beginn 19:00 Uhr

Lesung

Eure Großväter haben unseren Kindern die Zukunft geraubt

Deutsche Kriegsverbrechen in Griechenland und der Raubzug der Nazis

Die „lange Nacht der Barbarei“ – so hat Winston Churchill die brutale deutsche Besetzung Griechenlands während des Zweiten Weltkriegs (1941-1944) genannt: Zehntausende Griechen sind damals verhungert, weil die Deutschen das Land ausgeplündert und ungerührt Nahrungsmittel ins Reich exportiert haben. Es war die größte Hungerkatastrophe in Europa während des Zweiten Weltkrieges – außerhalb der faschistischen Konzentrationslager und außerhalb der belagerten Stadt Leningrad. Die Deutschen haben die griechische Wirtschaft und die Infrastruktur systematisch ausgeraubt und zerstört, sie haben tausende Menschen in bestialischen Massakern ermordet und die Lunte zu einem bis 1949 dauernden Bürgerkrieg gelegt.
Vor diesem Hintergrund sind den Griechen nach dem Krieg hohe Reparationen zugesprochen worden. Die zu zahlen, weigert sich Deutschland bis heute.

Dr. Karl Heinz Roth und Hartmut Rübner haben diese brisante „Reparationsschuld“ – so der Titel ihres aktuell erschienen Buches – aufgearbeitet. Sie beleuchten dieses brisante Kapitel der deutschen (Nach-)Kriegsgeschichte im Angesicht der dramatischen Lage im heutigen Griechenland. Dort wächst die soziale Not angesichts einer desaströsen Krisen-und Kaputtsparpolitik („Austerität“), die Brüssel und Berlin seit mehreren Jahren der Regierung in Athen diktieren.

Während die großen Siegermächte in den ersten Nachkriegsjahren umfangreich entschädigt wurden, gingen die kleineren Länder Europas und zahlreiche Opfergruppen weitgehend leer aus. Zu ihnen gehört auch Griechenland, das bis auf den heutigen Tag Entschädigungen für die Opfer der Massaker und die Ausplünderung seiner Volkswirtschaft einfordert.
Einer umfassenden, alle ehemals besetzten Länder und alle Opfergruppen einschließenden Kriegsentschädigung hat sich die deutsche Machtelite bis heute verweigert. Karl Heinz Roth und Hartmut Rübner analysieren und dokumentieren in ihrem jetzt im Metropolverlag erschienen Buch die Kontexte, die strategischen Optionen und Taktiken des deutschen Vorgehens, die in der Ausklammerung der Reparationsfrage aus dem De-Facto-Friedensvertrag von 1990 („Zwei plus Vier-Vertrag“) kulminierten.

Eine Veranstaltung der Griechenland-Solidarität-Hannover, des Projekts Moderner Sozialismus und des ver.di-Bildungswerks.

Eintritt frei

www.griechenland-solidaritaet-hannover.de