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Di | 13.11.2018 | Beginn 19:00 Uhr

Vortrag & Diskussion

Die Griechenland Solidarität Hannover lädt ein

O Topos Mou: Solidarisch im Widerstand gegen Armut und Hoffnungslosigkeit

Bis August 2018 war Griechenland acht Jahre lang den Kürzungs- und Privatisierungsdiktaten von EU und IWF unterworfen. Massenerwerbslosigkeit, Obdachlosigkeit, dramatische Rentenkürzungen, Armut und Hunger sind die Folgen dieser Politik, sie bestimmen weiterhin das Leben von Millionen Griechen. Dagegen hat Elias Tsolakidis in Katerini im Norden Griechenlands eine faszinierende Bürgerbewegung („O Topos Mou“/Mein Ort) gegründet, die mit Selbsthilfe und Selbstorganisation und unter Ausschaltung der Handelskonzerne Widerstand gegen Verelendung und Hoffnungslosigkeit leistet. Darüber berichtet Elias – und er sagt auch, was wir in Hannover für ein solidarisch vernetztes Europa tun können.

Mit dabei wird an diesem Griechenlandabend auch der Bremer Historiker Dr. Karl Heinz Roth sein. Er berichtet über Fortschritte in der Frage der Reparationen, die Deutschland sich völkerrechtswidrig weigert an Griechenland für die großen Zerstörungen während der Nazi-Besatzung im Zweiten Weltkrieg zu zahlen. Roths wichtiges Buch „Reparationsschuld – Hypotheken der deutschen Besatzungsherrschaft in Griechenland und Europa“ (zusammen mit Hartmut Rübner) wird dank des Engagements von Elias Tsolakidis ins Griechische übersetzt und den griechischen Reparationsforderungen neuen Auftrieb geben. Der Überschuldung Griechenlands kann nur mit dem Schuldenschnitt begegnet werden kombiniert mit den unerledigten Reparationshypotheken, damit ein Schlussstrich gezogen werden kann, so Karl Heinz Roth. Der betrügerischen Insolvenzverschleppung der Europäischen Zentralbank (EZB) muss ein Ende gesetzt werden! Auf dieser Grundlage könnte Griechenland neue Überlebensperspektive entwickeln.