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Do | 27.06.2019 | Beginn 20:00 Uhr

Konzert

MINISTRY und Gäste

Die Pioniere des Industrial Metals.

Ministrys Al Jourgensen, der gefeierte Pionier des Industrial Metals, verarscht niemanden, beschönigt nichts und hält sich niemals zurück. Er ist sehr eigenwillig, außergewöhnlich belesen und artikuliert sich fundiert über Themen von Politik bis hin zu Alien Verschwörungen, amerikanischer Geschichte und natürlich seinen geliebten Chicago Blackhawks/Bulls/White Sox/Bears. Er ist ein eifriger Anhänger des NASA-Wissenschaftlers David S. McKay, des Prä-Astronautikers Zecharia Sitchin, des Astrophysikers Neil deGrasse Tyson und des schottischen Archäologen Graham Hancock. Während eines Zwischenstopps am Flughafen von Las Vegas begegnete Jourgensen dem US-Kongressabgeordneten Adam Schiff, stellte sich vor und nutzte die Gelegenheit, dem Politiker seine Ansichten über die Steuerreform und die möglichen Gefahren einer Umverteilung des Reichtums mitzuteilen und über die aktuelle Blockierung der „Russland-Gate“ Untersuchung durch den republikanischen Vorsitzenden Devin Nunes zu sprechen sowie sich über den Status der möglichen Amtsenthebung des Präsidenten auf Grund von Landesverrat zu erkundigen.

Wie man sieht, ist Al Jourgensen wütend, wirklich wütend über das, was in Amerika vor sich geht: sexueller Missbrauch und die Missachtung von Frauen in der Gesellschaft, der nachlassende Respekt für die amerikanische Verfassung, die wachsende Akzeptanz, dass Tatsachen durch Meinungen ersetzt werden, das Verschwinden von Moral und Ethik bei Politikern und natürlich der Verrückte im Weißen Haus. Ja, Al ist sauer und das bringt einen direkt zu Ministrys aktuellem Album „AmeriKKKant“.

Im Laufe ihrer mehr als 30-jährigen Musikkarriere hat die Industrial Maschinerie immense Klangmengen produziert. Die 1981 gegründeten Ministry sollten die lebenslange Leidenschaft des Frontmanns und Gründers Al Jourgensen sein. Schnell entwickelte die Band ihre Leitbilder, für die sie bis heute berüchtigt ist: Jourgensens wilde Dreads, die pechschwarze Kleidung, Vampirbrille und der exquisite Zylinder sind längst ikonisch für Ministry. Aber wie jedes Geschöpf, das mit dem Geschenk der Kreativität verflucht ist, hat auch „Uncle Al“ im Laufe der Jahrzehnte mehrmals seine Erscheinung gewechselt. Dennoch war die Entwicklung von Ministry und Als weiteren Projekten stets voller Passion und wahrer Leidenschaft, was ein großer Grund dafür ist, dass er solche Massen an Fans für sich begeistern konnte.

In Chicago (Illinois) gegründet, bestand Ministry ursprünglich aus Al Jourgensen, der sich um die Lead Vocals, Gitarren, das Programming und die Produktion kümmerte, sowie Stephen George am Schlagzeug und Robert Roberts und John Davis an den Keyboards und Backing Vocals. Ihr Sound entwickelte sich konstant weiter, insbesondere durch den immensen technischen Fortschritt der 80er-Jahre. Anfänglich hatte die Band einen sehr eingängigen Synth-Pop Klang, der sich auf vier 12” Singles auf Wax Track! Records im Jahr 1981 abzeichnete, ebenso wie auf ihrem ersten Longplayer „With Sympathy“ (1983). Doch so wie die Zeit voranschritt, entwickelten sich auch Ministry konstant weiter und schnell legten sie sich einen härteren Industrial-Klang zu, für den sie bis heute berühmt sind. Mit ihren Alben „Twitch“ (1986), „The Land Of Rape And Honey“ (1988) und „The Mind Is A Terrible Thing To Taste“ (1989) wuchs ihre Fanbase. Mit der Veröffentlichung von „Psalm 69: The Way to Succeed and The Way to Suck Eggs“ (1992), erreichten Ministry ein Allzeithoch im Mainstream-Bereich und erhielten sogar eine Grammy-Nominierung. „Filth Pig“ wurde 1994 veröffentlicht und zu dieser Zeit hatten Ministry sich nicht nur eine solide Fangemeinde erspielt, sondern auch einen exzellenten Ruf.

Berühmt für ein heldenhaft einzigartiges Talent, reinen Wahnsinn während der Touren und endlose energiegeladene Auftritte auf unzähligen Festivals, hatten Ministry ein Kult-Gefolge entwickelt und würden im Laufe der Jahre mehrere weitere Platten veröffentlichen, bevor sie schließlich eine Pause einlegten. 2012 erlitt Gitarrist Mike Scaccia einen Herzinfarkt und starb. Kurz darauf zog Jourgensen sich komplett von Ministry zurück, da er den Gedanken nicht ertrug, ohne Scaccia weiterzumachen. Erst einige Zeit später entschied Jourgensen, dass er erwägen würde, Ministry wieder zum Leben zu erwecken, wenn die Umstände richtig wären.

2017 haben Ministry sich wieder zusammengeschlossen. Im März 2018 veröffentlichten sie ihr 14. Studioalbum „AmeriKKKant“. Die Gesellschaft und aktuelle Politik der gesamten Welt sind derart wahnsinnig und beängstigend, dass Ministry nur wenig Mühe hatten, ihre Frustration in Musik zu verwandeln. Mit einem neuen Line-Up, unglaublich vollem Sound und einer Rückkehr zu ihren Wurzeln war die Zeit für Ministry gekommen, eine Platte zu veröffentlichen, die gesellschaftlich relevant und klanglich innovativ ist. Fans können sich auf eine starke Zukunft freuen. Es gibt einfach zu viel Wahnsinn auf dieser Welt, als dass Jourgensen seine Meinung nicht äußern und die Sinne mit seiner großen Bandbreite an Klangfluten und Bildern bereichern würde.

Präsentiert von Living Concerts.

ministryband.com