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Fr | 14.12.2018 | Beginn 19:00 Uhr

Diskussion

Inside AfD

Lesung mit Franziska Schreiber und Utz Anhalt

Ex-AfD – bürgerlich-konservativ oder faschistisch – eine Aussteigerin spricht Klartext

Franziska Schreiber trat 2013 der „Alternative für Deutschland“ (AfD) bei, war über mehrere Jahre im Bundesvorstand der „Jungen Alternative“, der Jugendorganisation der Partei. Vor der Bundestagswahl 2017 trat sie aus der Partei aus und warnte im Wahlkampf vor der AfD, die sie als fremdenfeindlich und antisemitisch bezeichnete. Im Anschluss schrieb sie ein Buch über ihre Erfahrungen in der Partei („Inside AfD“) und möchte nun in dieser Veranstaltung über die Strukturen und Positionen der AfD, ihrer Funktionäre und die falschen Hoffnungen vieler Wählerinnen und Wähler sprechen, die sie ihrer Meinung nach in die Partei setzen.

Die Hoffnung der Abgehängten?
Abgehängten Menschen vornehmlich in strukturschwachen Regionen eine Stimme geben – das verspricht die AfD. Programmatisch jedoch blieb die Partei lange zurückhaltend und gibt sich weiterhin in vielen Punkten vage. Stattdessen werden von Parteimitgliedern Verschwörungstheorien, nationalistische oder antisemitische Äußerungen verbreitet.

Trump, Le Pen, Putin – Vorbilder der AfD?
Der Ruf nach Ordnung als politisches Programm?
Hört man Mitgliedern der AfD von der Basis bis hin zu Spitzenfunktionären zu, dann fehlt es in Deutschland momentan vor allem an einem: Ordnung. Eigentlich nicht als arm an Ordnung jeder Art bekannt, hätte Deutschland und allen voran die Bundesregierung in den letzten Jahren jedoch ein Chaos über das Land gebracht: Flüchtlinge. Um den Zuzug von geflüchteten Menschen nach Europa und Deutschland zu schreiben, benutzt die AfD eine Katastrophen-Metapher nach der anderen: Welle, Tsunami, Inferno etc. Die AfD verspricht vor allem eins: Ordnung schaffen.

Wie soll diese versprochene Ordnung im Sinne der AfD also aussehen?
Eine Partei wie jede andere?
Nach eigener Aussage unterstützen viele Menschen die AfD, damit sie mit „denen da oben“ aufräumt. In der AfD sehen sie die einzige Partei, die tatsächlich den Willen der Bevölkerung direkt umzusetzen versucht. Dennoch betonen Parteifunktionäre in der Öffentlichkeit gerne, die AfD sei eine Partei wie jede andere und ihr werde im politischen Umgang häufig unrecht angetan.
Wie verhält es sich also mit den Strukturen in der AfD? Auf welche Weise ist sie eine „Partei wie jede andere?“

Alles Nazis!?
Die AfD als moderne NSDAP – ein in der Öffentlichkeit häufig gebrauchter Vergleich. Und in der Tat: Vorschläge wie die von Beatrix von Storch, an der deutschen Grenze notfalls auf Flüchtlingsfamilien schießen zu lassen oder Frauke Petrys Forderung, den Begriff „völkisch“ wieder positiv zu besetzen, lassen die Partei in einem braunen Lichte erstrahlen. Gleichwohl sehen sich viele Mitglieder der Partei keineswegs als rechtsextrem und weisen derartige Kritik als Medienhetze „linker Gutmenschen“ zurück.

Wie lässt sich also die AfD politisch und historisch einordnen?
Wer unterstützt die Partei?
Von den Unterstützern der AfD wird in den Medien meist ein klares Bild gezeichnet: deutsch, weiß, männlich, mit traditionellen Familienvorstellungen und sich von sozialem Abstieg betroffen oder bedroht fühlend. Dennoch hat die Partei eine lesbische Parteivorsitzende, die zuvor in der Investmentbranche gearbeitet hat und Bundestagsabgeordnete, die in Rumänien oder Russland geboren wurden.
Wer unterstützt also mit welchen Hoffnungen die AfD und für wen will diese Partei Politik machen?

Diese Fragen möchten wir mit Franziska Schreiber (Autorin „Inside AfD“) und Utz Anhalt diskutieren.

Eine Veranstaltung des Unterstützerkreis Franziska Schreiber