PROGRAMM

Bildnachweis Illustration: Hartini Santo
Tagung
Sa | 11.02.2023 | Beginn 11:00 Uhr

26. Antifaschistische Sozialkonferenz

Solidarische Perspektive gegen Rechts
Wir leben in Zeiten vielfältiger Krisen. Corona, Kriege und Klimakatastrophe bilden den Hintergrund zu Themen wie Inflation, Energiekrise und drohende Armut, die Menschen in ihrem Alltag zusätzlich verunsichern. Auf der Suche nach Antworten und Wegen aus der eigenen Ohnmacht verstärken sich vorhandene rechte Tendenzen und „gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“.
Ressentiments gegen Arme, Rassismus, Antisemitismus und die Verachtung von Frauen und queeren Personen sind im Alltag deutlich spürbar. Sie äußern sich in einem gesellschaftlichen Klima der Gereiztheit und des Gegeneinanders, in tätlichen Angriffen auf Personen und Gedenkstätten, rechten Äußerungen in den Sozialen Medien, wie auch lautstark im öffentlichen Raum. Auch in Wahlen schlagen sie sich nieder, wie zum Beispiel in der niedersächsischen Landtagswahl im Oktober 2022, in der die AfD ihren Stimmenanteil verdoppelt hat.
Bei der 26. Antifaschistischen Sozialkonferenz beschäftigen wir uns vor diesem Hintergrund vertiefend mit der Analyse der gegenwärtigen Situation. Wir betrachten, wie die Rechte derzeit aufgestellt ist, welche Netzwerken entstanden sind und welche Strategien wie verfolgt werden. Wir wollen verstehen, warum sich viele Menschen in Krisen nach rechts wenden und wie solidarische Perspektiven eröffnet und gestärkt werden können.
Wir freuen uns darauf, mit all denen, die wie wir eine gerechte, offene und demokratische Gesellschaft erreichen wollen, solidarische Perspektiven zu entwickeln.


Themenkomplex I
Kulturkampf von rechts und wie wir uns dagegen wehren können
Natascha Strobl, Sozialwissenschaftlerin

Themenkomplex II
Alternative Rechtspopulismus - zwischen Abstiegsangst, Protest und Systemerhaltung
Lea Hartwich, Sozialpsychologin

Mit jeder neoliberalen Krise nehmen Unzufriedenheit und Abstiegsängste in allen sozialen Schichten zu. Rechtspopulistische Bewegungen präsentieren sich gerne als einzige Alternative, bieten bei näherem Hinsehen aber eher ein Ventil für die Wut ihrer Unterstützer*innen als tatsächliche Lösungen. In diesem Vortrag beleuchten wir, warum das ihrer wachsenden Beliebtheit nicht nur nicht schadet, sondern sogar nutzen kann.
Lea Hartwich ist Sozialpsychologin mit den Forschungsschwerpunkten Neoliberalismus, soziale Ungleichheit und Protestforschung und arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Psychologie der Universität Osnabrück



Workshop I
Aktiv im Betrieb / im Alltag gegen Rechts
Björn Schneider, IGM-Jugendsekretär

Der gegenwärtige gesellschaftliche und politische Rechtsruck macht sich auf zahlreichen Ebenen bemerkbar, so auch in der Arbeitswelt. Dies verändert unser Miteinander. Im Workshop geht es um die praktischen Umgangsweisen mit rechten Äußerungen und Verhaltensweisen im Betrieb und im Alltag. Dabei wollen wir im Workshop Antworten auf folgende Fragestellungen finden: Wie begegnet man rechten Tendenzen in den Firmen und im Alltag? Welche Strategien gibt es auf rechtlicher und politischer Ebene?


Workshop II
Rechte Parteien in Niedersachsen
Mobile Beratung Niedersachsen gegen Rechtsextremismus für Demokratie, Regionalbüro Süd

Mehrere (extrem) rechte Parteien sind in Niedersachsen politisch aktiv. Wir setzten uns anhand von Beispielen mit ihren Strategien auseinander und schauen uns u. a. das Agieren der AfD an, die stärker als erwartet in den neuen Landtag eingezogen ist. Nach der Analyse wollen wir Handlungsstrategien entwickeln, die landesweit greifen können, um gegen den vermehrten Rechtsextremismus Lösungsstrategien und Gegenperspektiven zu entwickeln.


Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.
Eine Veranstaltung von Bildungsvereinigung Arbeit und Leben Nds. Mitte, Bildungswerk ver.di Niedersachsen, Geschichtswerkstatt e. V., DGB-Region Niedersachsen-Mitte, DGB Jugend Hannover, GEW Kreisverband Hannover, IG Metall Hannover, Pavillon Kulturzentrum, Hannover, Projekt moderner Sozialismus Hannover e.V., Rosa Luxemburg Stiftung Niedersachsen e.V., ver.di Bezirk Hannover-Heide-Weser, ver.di Jugend Bezirk Hannover-Heide-Weser, VVN Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten Hannover
Anmeldung bitte unter oder 0511 121050 oder www.aul-nds.de
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