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Fr | 31.08.2018

Theater

„KOMPLOTT-Neue Kollaborationen III" - Arbeitsphase

„Das Büro für anwohner_innenfreundliche Stadtteil-Statistik“ (AT)

„KOMPLOTT – Neue Kollaborationen“ ist das Residenzformat an der Schnittstelle von Theater/Performance und neuen Öffentlichkeiten in Hannover und findet dieses Jahr zum dritten Mal statt.

Für das Residenzformat konnten niedersächsische Künstler*innen Kurzkonzepte einreichen. Das Konzept mit dem Arbeitstitel „Das Büro für anwohner_innenfreundliche Stadtteil-Statistik“ von Lisa Großmann und Jonas Feller wurde von der Jury, bestehend aus Christiane Oppermann, bildende Künstlerin, Judith Strodtkötter von der Schwankhalle Bremen und Mariam Soufi Siavash für das Theater im Pavillon, ausgewählt.

Vom 13. – 31. August erarbeiten die beiden Künstler*innen im Theater im Pavillon und im Öffentlichen Raum die konkrete Umsetzung des Projektes.
Dieses sieht vor, dass die beiden Theatermacher*innen ein Ladenbüro in Hannover eröffnen und hier die Passant*innen und Anwohner*innen um anonyme Angaben zu diesem Bereich der Stadt bitten, wie z.B. „Welche Geräusche hören sie in der Straße Y?“ Die gesammelten Materialien verarbeiten sie zu Statistiken, visualisieren diese installativ und tragen sie zurück in den Stadtraum. In einer theatralen Pressekonferenz werden die Ergebnisse im Theater im Pavillon abschließend präsentiert.

Die Jury wählte das Konzept der beiden Theatermacher*innen aufgrund des experimentellen Charakters und der subversiven Kraft aus: Denn werden in der heutigen Zeit Statistiken nicht oftmals genutzt, um Meinungen zu erzeugen? Absurde Fragestellungen und das Inszenieren von „komischen“ Daten verdeutlichen diese Techniken und ihre Willkürlichkeit. Diese Vorgehensweise ermöglicht Perspektivverschiebungen. Das Konzept greift darüber hinaus aktuelle Thematiken wie die Fragen nach Datenschutzbestimmungen auf und beinhaltet gleichzeitig politisches und emanzipatorisches Potenzial, da Komplexe wie „Ich & die Gesellschaft“, „Ich & die Gemeinschaft“ und damit verschiedene Aspekte des Zusammenlebens in einem Stadtteil behandelt werden. Die Erforschung von Bedürfnissen und Fragestellungen an einem Ort und das direkte Interagieren im Öffentlichen Raum ermöglicht die Ansprache und Einbeziehung von unterschiedlichen Personengruppen.