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Mi | 08.11.2017 | Beginn 20:00 Uhr

Konzert

Irish Folk Festival 2017

The great escape tour

„The great escape tour“. Was wollen wir damit sagen? Immer wieder wird für Musik aus Irland mit dem Prädikat „typisch irisch“ geworben. Das IFF meidet diese Bezeichnung jedoch wie der Teufel das Weihwasser. Denn was ist schon typisch irisch? Der Norden ist unbestritten anders als der Süden, der ländliche Westen mit dem urbanen Osten nicht zu vergleichen. Die grüne Insel in Schubladen zu stecken ist zum Scheitern verurteilt und zeugt letztendlich von Unkenntnis der zugehörigen Kultur/en.
Die „great escape tour“ ist für Künstler da, die es nie in die Kategorie „typisch irisch“ schaffen würden. Sie sind einfach so einzigartig und innovativ, dass sie durch das Raster des Schubladendenkens fallen. Bei der 44. Auflage des IFF wird man Grenzgänger erleben, die beweisen, welche Dynamik und welches Potential irische Tradition hat.

Cúig • Cutting edge Irish music
Cúig heißt auf Gälisch fünf und ist daher für ein Quintett ein ganz brauchbarer Name. Immer wieder überrascht uns Irland mit jungen Talenten, aber Cúig setzen völlig neue Maßstäbe. Als beim All Ireland Fleadh in Derry die Youngsters zum „battle of the bands“ Wettbewerb angetreten sind, war der Jüngste gerade 14 und der Älteste 18 Jahre alt. Sie spielten die starke Konkurrenz an die Wand und hinterließen einen tobenden Saal. Eine Woche im Tonstudio war der erste Preis und so kamen Cúig zu ihrer ersten CD „New Landscapes“. Wenn man die Arrangements irischer, galizischer oder auch amerikanisch inspirierter Musik hört, kann man nur staunen, wie reif, ausgeklügelt und einmalig sie sich anhören. Sie sind „cutting edge“ oder auf gut Deutsch innovativ. Immerhin spielen die fünf schon seit ihrem fünften Lebensjahr zusammen! Zahlreiche bedeutende Musiker ziehen vor den Youngsters ihren Hut und betrachten sie als ebenbürtige Mitglieder ihrer Community. „A truly brilliant trad band“, sagt Niamh Dunne von Beoga. „... fantastic stage presence, arrangements and musicality ...” schwärmt John Joe Kelly von Flook. Die Fachwelt ist sich einig: Die nächste Band aus Irland, die weltweit schwer einschlagen wird, ist Cúig.
www.cuigmusic.com

Fusion Fighters • Step dance extravaganza
Dieses Ensemble setzt in der schrillen Welt des irischen Stepptanzes völlig neue Maßstäbe. Die tanzenden Derwische geben sich nicht damit zufrieden, noch präziser, schneller und ausgeflippter zu steppen. Nach dem Motto „Kreativität kennt keine Grenzen“ bringen sie in ihre Performance völlig neue Ideen wie „Body-Percussion“ ein. Mit eisenbeschlagenen Schuhen bearbeiten sie den Boden, mit Händen den ganzen Körper und machen ihn so zu einem Rhythmusinstrument.
Die Tänzer sind auch ausgebuffte Perkussionisten und inszenieren rasende Duelle zwischen Steppgeräuschen und Trommelwirbeln. Die Fusion Fighters sind ein Projekt von Chris Naish, der zu den führenden Stepptänzern weltweit gehört. Er war All Ireland-, European- und UK-Champion und tanzte viele Jahre lang als Solist in den großen kommerziellen Shows mit.
Wie es schon im Namen der Band festgeschrieben ist, wird die irische Tradition mit anderen Stilen fusioniert. Hätten es sich Mozart oder Beethoven je träumen lassen, dass ein paar Teufelskerle ihre bekanntesten Melodien „versteppen“ werden? In den futuristisch anmutenden Videos sieht man einen Fiddle spielenden blonden Engel und einen wild scrat- chenden DJ, der den Tänzern fette Loops unter die Füße wirft. Der blonde Engel an der Fiddle ist Nicole Lonergan, die beim IFF dabei sein wird.
Als tanzender Choreograf wird Chris Naish in der weltweiten Tanzcommunity als der neue Messias des Genres angesehen. Er und die Fusion Fighters haben in Sydney, New York und Dublin zu Stepptanz-Flashmobs eingeladen, an denen Hunderte von Stepptänzern teilnahmen und die millionenfach auf YouTube angeklickt wurden. Die Fusion Fighters sind die Speerspitze der neuen irischen Tanzbewegung: Sie sind die Irish Step Dance Extragavanza.
www.projectfusionfighters.co.uk

Socks in the Frying Pan • Sizzling tradition
Musiker werfen ab und zu Gimmicks ins Publikum, um ihre Verbundenheit mit den Fans zu zeigen. Dass sich jedoch eine Band am Ende eines Konzerts die Schuhe auszieht und ihre Socken ins Publikum wirft, ist nicht Bestandteil irischer Tradition. Aber bei der „Great Escape Tour“ sind Grenzüberschreitungen ja durchaus gewollt ...
Die Socks in the Frying Pan leiden im besten Sinne des Wortes an einer Überdosis Energie. Diese äußert sich nicht nur in beschwingter Musik, sondern in überschäumender Spielfreude und einer gewaltigen Portion Humor. Am liebsten nehmen sich die „Socken“ aber selbst auf die Schippe, der abgedrehte Bandname ist der beste Beweis dafür. Mit virtuos gespielter Fiddle, diatonischem Akkordeon und Gitarre grooven sich Aodán Coyne und die Brüder Shane und Fiachra Hayes durch die Jigs & Reels. Bei der Liedauswahl findet man sowohl Traditionals als auch Klassiker von Songwritern der letzten 30 bis 40 Jahre. Wenn das Trio selber ein interessantes Thema entdeckt, dann ist Aodán Coyne zur Stelle und schreibt seinen eigenen Song darüber. Die Besucher des IFF 2016 werden sich sicher noch an ihn erinnern. Jetzt wird seine feine Stimme noch durch bestens abgestimmten mehrstimmigen Gesang abgerundet.
Die Socks in the Frying Pan wurden für ihre Art Irish Folk „kross gebraten“ oder „sizzling tradition“ von der Irish Music Association als ‘New Band of the Year’ausgezeichnet.
www.socksinthefryingpan.com

Nicole Maguire • New songs of purity and emotion
Eine gute Balance zwischen dem Irland von heute und dem von gestern gehört schon immer zum IFF. Daher ist stets ein fester Platz den irischen Singer-Songwritern reserviert, die nicht nur über die Vergangenheit, sondern auch über die Gegenwart reflektieren. Aktuell wird diese Perspektive weiblich sein, denn mit Nicole Maguire wird eine Songstress zu hören sein, die mit ihren ganz eigenen Inhalten und Melodien immer mehr an Bedeutung und Ansehen gewinnt. So zeigt sich z.B. der Oscar-Gewinner Glen Hansard voller Anerkennung: „Nicole’s singing and playing convey a real purity of sound and emotion. There’s no artifice with her – Nicole’s absolutely the real thing”. Das ist keine Einzelmeinung. Der Altmeister Paul Brady bittet sie immer wieder ins Vorprogramm und singt auf Nicoles zweitem Album „Wishing Well“ sogar mit ihr ein Duett. Und auch die US-Sängerin Nanci Griffith hat die junge Kollegin als schon Support auf Tour mitgenommen. Für die sympathische junge Frau gilt das kluge Sprichwort „Zukunft hat, wer Zukunft schafft.“ Mit ihrer herzerfrischen Art versteht sie es, ihre Songs charmant zu servieren. Nicole gehört genau zu den Kulturschaffenden, die nicht zum Mainstream gehören wollen und die die „great escape“-Mentalität jeden Tag aufs Neue leben.
www.nicolemaguire.ie

www.irishfolkfestival.de


VVK 30,60 bis 41,60 € AK 32/27 bis 43/37 €