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Fr | 18.05.2018 | Beginn 19:30 Uhr

Konzert

1. Django Night Hannover

Sinti-Musikfestival - Gypsy International 2018 in Hannover

Präsentiert werden bei diesen Live-Konzerten hochkarätiger, populärer und moderner Gypsy-Swing, New Gipsy Jazz mit Livebands aus Prag, Berlin, Paris und Nachbarländern. Die Django Night zielt darauf, den Zuhörer*innen diesen Musikstil näher zu bringen und vor allem an die Tradition Django Reinhardts, einem der berühmtesten Sinti-Musiker*innen, anzuknüpfen.

Der Gypsy-Swing

Die Geschichte des Gypsy-Swing begann Mitte der 30er Jahre, als der Leiter des Pariser Jazzclubs „Hot Club de France“ den jungen Gitarristen Jean Baptiste „Django“ Reinhardt entdeckte, einen belgischen Sinti, der in einem Caféhaus-Orchester spielte. Wenig später entstand das Quintette du Hot Club de France, dessen damals einzigartige Besetzung bis heute den Prototyp der Gypsy-Swing-Ensembles darstellt. Django Reinhard teilte sich die Solistenrolle mit dem Violinisten Stephane Grappelli, während die Rhythmusgruppe lediglich aus zwei Rhythmusgitarristen und einem Bassisten bestand. Es handelte sich also um eine Besetzung ausschließlich aus Saiteninstrumenten.

Wie Jazz allgemein ist auch der Gypsy-Swing eine Stil-Fusion, wobei Django Reinhardt die Musik der Sinti mit französischen Musette-Walzern und – als einziges nicht-europäisches Element – dem damals populären Swing-Jazz der USA kombinierte. Anders als im Swingrhythmus üblich werden im Gypsy-Swing allerdings nicht alle vier Viertel in gleicher Weise betont, sondern nur jeweils das zweite und das vierte. Auch wenn der späte Django Reinhardt bereits mit Bebop experimentierte, halten die meisten Gypsy-Swing-Gruppen, die sich über den ganzen Globus verteilen, an dem von ihm entwickelten Swing-Stil und seiner Ensemblebesetzung selbst heute noch fest.

Musik verbindet Menschen

Die Präsentation dieses Internationalen Musikabends à la Django Reinhardt in Hannover bereichert nicht nur die musikalische Varietät im Kulturangebot der Stadt. Er zielt darauf ab, auf die reichhaltige und zuweilen noch unbekannte Musikkultur der hier in Niedersachsen lebenden deutschen Sinti hinzuweisen.
Die „Django Night“ unter dem Motto "Miteinander statt gegeneinander mit Musik Vorurteile abbauen“ bietet mit seinem kulturellen Angebot eine gemeinsame Grundlage, sich in Hannover zu begegnen.
Mit dieser Musik-Kulturveranstaltung setzen wir uns zum Ziel, mit Musik Freundbilder entstehen zu lassen und Feindbilder abzubauen.
Die Sinti möchten mit der Veranstaltung ein verständnisvolles und vorurteilsfreies Miteinander zwischen den deutschen Sinti und der deutschen Mehrheitsgesellschaft aufbauen und für ein friedliches und nachbarschaftliches Zusammenleben werben.

Das Programm

19.30 Uhr - 20.15 Uhr
Carlos Gypsy Manouche Trio – Prague- Czech Republic (Prag, Tschechische Republik)

Tchavolo „Carlito“ Vlasak – Solo-Gitarre
Kaja „Carlos“ Vlasak – Rhythmus-Gitarre (Vater von Carlito)
Carl Cortes – Kontrabass, Geige und Gitarre

Auf Django Reinhardts Spuren versetzt das Prager Trio Carlos Manouche das Publikum immer wieder in die swingende Atmosphäre der 30er und 40er Jahre. Star des Trios ist der 15-jährige Sologitarrist Tchavolo „Carlito“ Vlasak. Der junge Sinto Tchavolo Vlasak aus Prag, in Frankfurt am Main geboren, hat von frühester Kindheit an mit seinem Vater Kaja „Carlos“ Musik gemacht. Die Gitarre ist seine Berufung. Virtuos und fingerflink rast er über die Saiten. Er spielt mit viel Witz, klopft und schleift auf der Gitarre, streut absurd schnelle Triolen. Für den nötigen Drive sorgt der begleitende Vater von Tchavolo, der Gitarrist Kaja „Carlito“ Vlasak. Zuverlässig wie ein Herzschrittmacher wirft er seine Akkorde. Überzeugend ist auch Carl Cortes am Kontrabass, wechselt auch zur Gitarre. Er ist ein Virtuose auf mehreren Instrumenten
Es erwartet euch ein vergnügliches Konzert, bei dem die Fans des traditionellen Gipsy-Jazz voll auf ihre Kosten kommen.
Jazz in der Tradition der Sinti. Carlos Gypsy Manouche Trio
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20:15 Uhr - 21:00 Uhr
Hot Club Django Reinhardt (Paris, Frankreich)

Duved Dunayevsky – Solo-Gitarre
Rares Morarescu – Violine
Leigh Barker – Bass
Andrea Soria – Rhytmus Gitarre / Gesang

Gitarrist, Komponist und Bandleader Duved Dunayevsky fesselt das Publikum mit seiner immersiven musikalischen Vision.
In Israel geboren, nahm er im Alter von zwölf Jahren die Gitarre auf. Nachdem er Djangos Musik entdeckt hatte, widmete er sich ganz der Beherrschung seiner Spielweise und erlangte weltweit einen Ruf für seine Fähigkeit, Djangos Sound zu kanalisieren.
2015 erhielt er von der französischen Regierung ein Visum für „Talent and Competence“ und zog nach Paris.
Dort gründete er „Duved’s Hot Five“, ein Ensemble, das dem Klang und Gefühl des „Quintette du Hot Club de France“ und „Duved’s Pre-Bop Orchestra“ entspricht, einer Band von zehn Musikern, die von Swing und Klassik beeinflusste Originalkompositionen spielen, Aufnahme und Durchführung mit beiden. Sein meisterhaftes Spiel und seine einzigartige Stimme wurden von Musikerkollegen anerkannt und er wird regelmäßig zu Meisterkursen in ganz Europa und den USA eingeladen.
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21:15 Uhr - 22:00 Uhr
Kussi Weiss – Gipsy Connection (Hildesheim/Berlin/Dortmund)

Kussi Weiss – Solo-Gitarre
Tschabo Franzen – Rhythmus- und Solo-Gitarre
Sascha Weiss – Rhythmus-Gitarre
Dietmar Osterburg – Kontrabass

Kussi Weiss gehört zur vordersten Garde deutscher Sinti-Jazz-Musiker. Inzwischen kann er auf zahlreiche CD-Veröffentlichungen und internationale Festivalauftritte zurückblicken. Der hochvirtuose Gitarrist hat längst seinen unverkennbaren eigenen Stil entwickelt, der auf besonders elegante Weise Djangos Erbe mit modernen Elementen verbindet.
Babik Reinhardt, der inzwischen verstorbene Sohn Django Reinhardts, war restlos begeistert, als er 1996 den damals gerade mal 22-Jährigen im Rahmen des legendären Django-Festivals in Samois-Sur-Seine neben den dortigen Jazzgrößen wie Raphael Fay und Patrick Saussois spielen sah – so begeistert, dass er ihn im folgenden Jahr auf die Hauptbühne holte und für Kussis Durchbruch sorgte.
Die Musik wurde ihm sprichwörtlich in die Wiege gelegt – der Familie Weiss entstammen einige der wichtigsten Vertreter des deutschen Sinti-Jazz. So ist es kein Zufall, dass er mit 10 erstmals mit der Gitarre in Berührung kommt. Einige Monate später spielt er schon die Rhythmusgitarre für seinen Onkel Moritz Weiss, und bald steht er auch mit dem berühmten Martin und Haens'che Weiss auf der Bühne.
Doch bald reicht ihm die Rolle des Begleiters nicht mehr. Ohne Notenkenntnisse, aber mit viel Spielwitz und Talent eignet er sich das Solospiel an und gründet mit 17 Jahren das „Kussi Weiss Ensemble“. Begleitet von Musikern, die seinem hohen Niveau folgen können, gibt er die ersten Konzerte als Bandleader und nimmt 1996 sein erstes Album für Idol Records auf. Noch eine Bereicherung der Band ist Hugo Richter am Akkordeon und Klavier, dessen Vorbilder Richard Galliano Art Van Damm und Oscar Peterson sind.
Mit Tschabo Franzen an der Gitarre, Hugo Richter am Akkordeon und Piano sowie dem langjährigen Mitstreiter Dietmar Osterburg, Kontrabass, hat er in seinem aktuellen Quartette drei ebenbürtige Instrumentalisten um sich geschart, die mit ihm mühelos den Spagat zwischen Stiltreue und Modernität meistern.
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Ein ganz besonderer Dank geht an die Landeshauptstadt Hannover und deren Unterstützung, ohne die es uns nicht möglich gewesen wäre, dieses Projekt zu realisieren.

Eine Veranstaltung von JAZZ Django Reinhardt’s Erben e.V.


VVK 24 € AK 25/21 €