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Mo | 04.12.2017 | Beginn 20:00 Uhr

Konzert

The Bulgarian Voices Angelite

Jubiläumstour 30 Jahre - Frauenstimmen voller Magie

Faszinierend und glockenhell sind ihre Stimmen, unverkennbar ihr aus lokaler Tradition gewachsener, archaischer, eigenartig ornamentierter Gesangsstil: Der bulgarische Frauenchor Angelite steht seit nunmehr 25 Jahren für die weltweite Verbreitung des bulgarischen Frauenchorgesangs. Der Erfolg (Auftritte bei der Nobelpreisverleihung, auf dem Roten Platz in Moskau oder eine Grammy-Nominierung 1999) spricht Bände. Kehlig-klare Stimmen und feinste Schwingungen im Zusammenklang von kleinen musikalischen Intervallen machen den Sound des Chores aus. Niemand, der diesen Chor jemals live erlebt hat, kann sich dem Bann entziehen – den Zauber dieser Stimmen vergessen. Trotz starkem Bezug zu traditionellen Gesangstechniken und den komplexen Rhythmen Bulgariens greift der Chor immer wieder moderne Elemente und Arrangements auf – so auch in diversen grenzüberschreitenden Projekten u.a. mit dem Moscow Art Trio (Russland), Huun-Huur-Tu (Mongolei), Enrique Momente (Spanien) oder Fanfare Ciocarlia (Rumänien). Gerade ist ihr neues Album “Angelina” erschienen.

Bulgarian Voices Angelite Musik-Geschichte
Bestimmt durch die Besonderheit der Geschichte Bulgariens ist der Begriff “bulgarische Musik” weitestgehend synonym mit dem Begriff “bulgarische Volksmusik”. Allerdings haben seit den ersten Arrangements von Philip Koutev bis heute viele Komponisten die traditionelle Musik erfolgreich als Grundlage für ihre Bearbeitungen oder als stilistischen Nährboden für ihre Kompositionen verwendet. Mit einer Tradition, die bis zum legendären Ensemble von Philip Koutev zurückreicht, ist der Bulgarische Frauenchor zum führenden Klangkörper dieser Komponistenschule geworden.
“Bemerkenswert ist zum Beispiel, was Ivan Spasov an kühner atonaler Harmonik und differenziertesten Klanggestalten in sein Stück 'Mechmetico' eingearbeitet hat, ohne dabei je seine bulgarischen Wurzeln zu verleugnen. Bemerkenswert ist freilich auch, wie enthusiastisch das Stück bejubelt wird – von einem Publikum, das in anderer Umgebung um Neue Musik einen großen Bogen macht. Dies ist wohl das eigentliche Geheimnis der bulgarischen Stimmen – die Selbstverständlichkeit, mit der in dieser Musik Stile, Zeiten und Traditionen zusammenfließen. Es ist zeitgenössische Musik ohne die unseligen Abgrenzungsdebatten. Ein Wunder.”

Bulgarische Vokalmusik wird meist von Frauen gesungen. Zwei Gruppen von Sängerinnen oder zwei Solistinnen wechseln sich im Vortrag ab und ergänzen sich. Das wohl auffälligste Merkmal bulgarischer Volksmusik ist ihre enorme rhythmische und metrische Vielfalt. Zu den symmetrischen Metren treten häufig asymmetrische wie 5/8, 7/8 oder sogar 15/8 und 17/8 auf, die auch noch miteinander kombiniert werden können. Dieser Vielfalt entspricht die Vielfalt an Tonskalen: Diatonische Tongattungen dominieren, in den Rhodopen werden aber auch pentatonische Lieder gesungen, in Thrakien sind chromatische Tongattungen mit übermäßigen Intervallen (ähnlich wie in der Musik des antiken Griechenlands) in Gebrauch. Auch die Intonationsmöglichkeiten sind vielfältig und unterscheiden sich sehr von der temperierten Stimmung, an die mitteleuropäische Ohren gewöhnt sind. Abhängig davon, ob die Melodie sich aufwärts oder abwärts bewegt, kann ein melodisches Intervall um einen Viertelton verengt oder erweitert werden.

“Ein in westlicher Opernkunst erfahrener Gesanglehrer kann ob der sonderbaren Vokaltechnik eigentlich nur entsetzt die Hände vors Gesicht schlagen – alles falsch! Kein einziger Ton ist mit dem Zwerchfell gestützt. Ganz tief nach hinten, in die Enge des Halses scheint den Sängerinnen der Stimmansatz gerutscht. Schneidend, manchmal fast metallisch wirkt ihr Timbre. Hart und brüchig klingen die Registerwechsel. Nicht einmal die Zähne kriegen sie schulgerecht auseinander, wenn sie zu einem Forte ansetzen. Und überhaupt, wie kann man so ausdauernd so kehlige Töne hervorbringen, ohne sich die Stimmbänder zu ruinieren?
Alles richtig! Die 24 Frauen machen das so wie Ihresgleichen seit musikalischen Urzeiten. Die Wurzeln ihrer Gesangstechnik liegen im Orient des Mittelalters. Manche vermuten sie sogar bei den Thrakern vorchristlicher Zeit. Es ist eine Technik mit verblüffenden Qualitäten: Ganz leicht und doch mit trompetengleicher Strahlkraft lassen die Sängerinnen ein Forte erklingen. Manche Töne können hinab bis in die tiefen Tenorlagen singen. Und was den vermeintlichen Verschleiß durch den Kehlkopfansatz betrifft – im Gegensatz zu unseren Opernsängerinnen klingen bei den bulgarischen Frauen die Stimmen auch noch nach sechzig Jahren noch jugendlich und glockenhell.”

The Bulgarian Voices Angelite bestehen aus 24 Sängerinnen aus allen Teilen Bulgariens, die in traditioneller Musik ausgebildet sind, aber auch reiche Erfahrungen mit der westlichen Kunstmusik haben. Sie können Klangfarben und Stimmtechniken aus der Volksmusik mit den manchmal sehr komplexen musikalischen Strukturen der neuen Kompositionen verbinden. So ist es oft schwierig zu bestimmen, ob es sich eigentlich um einen klassischen Chor oder um einen Volkschor handelt: vielleicht sind die Sängerinnen mehr als die Summe beider Traditionen. Ihre Konzerttourneen führten sie in die USA, nach Mexiko, Japan, Indien, in nahezu alle Nord-, Mittel- und Südeuropäische und viele osteuropäische Länder.

1987: Start der Zusammenarbeit zwischen JARO und Angelite, besiegelt am 6.12.1987 in Bremen.
1988: Erste Tournee und weltweite Promotion durch JARO. Beginn des Siegeszugs des Chores, der damals noch unter französischem Namen auftrat. Erste CD-Veröffentlichung bei JARO: A Cathedral Concert (JARO 4138-2).
1989 – 1991: Zusammenarbeit mit dem Münchener Musikwissenschaftler Dr. Vladimir Ivanoff und dem international besetzten Alte Musik-Ensemble Sarband für die CD Mysteries.
1992: Zusammenarbeit mit der italienischen Rockgruppe Elio E Le Storie Tese. Gemeinsame Aufnahme der Single “Pipppero”. Nr. 1-Singlehit in Italien, Top 40 Niederlande. Neuer Dirigent: Ivan Topalov (verstarb 1993). Musik für einen Fernsehwerbespot des spanischen Energiekonzerns Endessa.
Trennung des Chores in einen Radio- und einen Fernsehchor. Übernahme der einen Häfte durch das bulgarische Fernsehen, Privatisierung der anderen Hälfte (als Kollektiv). Dieses Kollektiv bindet sich vertraglich an JARO, um weiter zusammen zu arbeiten. Ausgedehnte Tourneen in ganz Europa.
1993: Interimsdirigentin: Vanja Moneva (1993-1994) Grammy Nominierungen für die beiden CD’s:
The Pop Album: From Bulgaria with Love (JARO 4165-2),
Live-Doppel-CD: Melody, Rhythm and Harmony (JARO 1993-2).
1994: Neuer Dirigent: Nikolai Merdjanow. Aufnahmen dreier Solistinnen (Nadka Karadjova, Anastassia Kostova, Kera Damianova) des Chores für das Feuer-Requiem “Flamma Flamma” von Nicolas Lens für Sony Belgien. Erstmals Konzerte in Alaska und Mexiko.
1995: Endgültige Umbenennung des Chores in The Bulgarian Voices– Angelite. Musik des Chores für eine Frauen-Kampagne von Amnesty International, Italien.
Erste Tournee in Japan. Zusammenarbeit mit den KODO-Trommlern von den SADO-Inseln.
Aufnahmen mit den tuvenischen Obertonsängern HUUN-HUUR-TU aus dem zentralasiatischen Republik Tuwa unter der Leitung des russischen Pianisten Mikhail Alperin und mit Beteiligung des russischen Sängers Sergej Starostin.
1996: Neuer Dirigent: Valentin Velkov. Erstes Konzert in Istanbul, Türkei mit Huun-Huur-Tu. Aufnahmen mit der amerikanischen Art-Rock Gruppe UK.
Konzert bei der Gala zur Verleihung des Friedensnobelpreises im Nationaltheater in Oslo. Zu diesem Anlass; Zusammenarbeit mit Jan Garbarek.
1997: Tourneen in Europa. Fortführung des gemeinsames Projektes mit Huun-Huur-Tu, Sergej Starostin und Mikhail Alperins Moscow Art Trio. Europäische Festivals.
7. September 1997: Konzert auf dem Roten Platz in Moskau anlässlich der 850 Jahr-Feier von Moskau in einem Programm mit Pavarotti.
Dezember 1997: Aufnahmen zur neuen CD mit Huun-Huur-Tu und dem Moscow Art Trio in den USA.
Nordamerika Tournee mit 15 Konzerten. Zu den begeisterten Konzertbesuchern gehörten Musiker wie Ry Cooder und Stevie Wonder, der sein Interesse an einer späteren Zusammenarbeit bekundete.
Angelite erhält den “Contemporary A Cappella Recording Award 1997” – Best Classical Song: “Wave” vom Album Fly, Fly My Sadness (JARO 4197-2) verliehen von der Contemporary A Capella Society of America.
1998: Veröffentlichung der CD Mountain Tale von Angelite und dem Moscow Art Trio mit Huun-Huur-Tu. Zur Veröffentlichung der CD Konzerte in Belgien, Italien, Österreich und Deutschland. Premiere eines 45 minütigen Fernsehfilms über drei Sängerinnen des Chores im holländischen und belgischen TV. Welturaufführung von Mercy for the Living.
1999: TV-Produktion für das spanische Fernsehen TVE mit dem spanischen Star-Flamenco-Sänger Enrique Morente. Konzertreisen in Europa, Erscheinen der CD Mercy for the Living.
2000: Konzerte und Festivals in ganz Europa. Veröffentlichung der CD Mountain Tale in den USA. Unter dem Titel Story of Life erscheint zur Nordamerikatournee bei Globe Music eine “Best of”-CD.
2002: Im April erscheint das Konzeptalbum Balkan Passions, auf dem Angelite zusammen mit Maria Farantouri, Sezen Aksu, Okay Temiz und Fanfare Ciocarlia traditionelle Lieder der Balkanregion präsentieren, ein kulturpolitisches Statement über die Gemeinsamkeiten der Balkankultur. Ziel des Albums ist es, das Traditionelle zu bewahren und die Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sich Musik des Balkans mit Einflüssen von gestern und heute verbinden kann.
2003: Das Weihnachtsalbum Angel’s Christmas wird veröffentlicht. Auf dieser CD interpretiert der Chor verschiedene traditionelle bulgarische und europäische Weihnachtslieder in seinem unvergleichlichen Stil. Begleitend dazu finden Fernsehauftritte in Deutschland (Bayerischer Rundfunk) und Italien statt.
2004: Hollywood Soundtrack Aufnahmen in Los Angeles u.a. auf einen Disney Soundtrack mit Phil Collins Musik, unternahmen ein Chorprojekt mit dem Kammerchor des RIAS Berlin und führten ein neues Weihnachtsprogramm mit orthodoxen und westlichen Weihnachtsliedern erstmals in Europa auf. Brühte Konzertorte stehen auf dem Programm – Prinzregententheater München, Konzerthaus Wien, und Royal Festival Hall London.
Neues Projekt unter den Namen “Sound of the Balkans” mit griechischen, serbischen und türkischen Musikern. Premiere im Heradot Amphy Theater in Athen, Griechenland, mit mehr als 4000 Besuchern, Konzerte im Cork Cultural Capital of Europe.
2005- 2006: Europäische Konzerte und Festivals in Deutschland, Österreich, Schweiz, Spanien, Ungarn, Italien, Portugal, und Russland.
2007: Europäische Konzerte. Erste DVD: „Passion & Tales“ JARO 4288-2.
2008- 2009: Internationale Konzerte u.a. mit Bobby McFerrin
2010: Konzerte in Europa. Veröffentlichung der Doppel CD – “Legend” mit dem Moscow Art Trio & Huun-Huur-Tu.
2011: Traten sie u.a. bei der Eröffnung der Wiener Festwochen auf, spielten ein großes Weltmusikprojekt mit TV Aufzeichnung in Danzig und musizierten zusammen mit der legendären ungarischen Sängerin Márta Sebestyén in Budapest.
2013: TV Konzert mit Bobby McFerrin in Gdansk, Weihnachts Tournee 2013 , Aufzeichnung BBC3

“Angelite is an amzing example of vocal virtuosity.” Scotsman, Edinbourgh , UK
“A mysterious marvel.” Toronto Star, US
“Amazing, redemptive, divine.” The Express, San Francisco, US
“[…] and then they sing. Oh my, how they sing.” Sunday Herald Times, US
“The most beautiful music on the planet.” St. Louis Post Dispatch, US
“Frauenstimmen voller Magie.” Badische Zeitung, D
“Bulgarian Voices Angelite : ein anderes Wort für Vollkommenheit.” Lippische Landszeitung, D
“Harmonische Kühnheit, handwerklich außer Reichweite jedes westeuropäischen Sakralmusikensembles.” Oberbadische Volksblatt, D
“In faszinierenden Gesängen von Freude, Liebe, Leid und Tod sprengten die mystischen Stimmen die Grenzen zwischen Ost und West, Popmusikfans und Klassikhörern.” Passauer Neue Nachrichten, D

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